Geografisch liegt die Gemeinde Naters im Herzen des Oberwallis auf einer Naturterrasse, die sich vom rechten Ufer des Rottens über den Natischerberg und Blatten hinauf zur Belalp bis zum Aletschhorn erstreckt. Seit der Gemeindefusion von 2013 gehören auch der Munder- und der Birgischerberg zum Gemeindegebiet. Mit einer Höhendifferenz von 3'535 Metern weist Naters den grössten Höhenunterschied aller Schweizer Gemeinden auf.
Naters gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten des Oberwallis. Archäologische Funde zeigen, dass die Gegend bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war. Im Mittelalter entwickelte sich Naters zu einem bedeutenden Ort am rechten Rhoneufer und wurde 1018 erstmals als «Nares» urkundlich erwähnt.
Im Frühmittelalter gehörte Naters zunächst der Abtei Saint-Maurice, später dem Bischof von Sitten. Als Verwaltungszentrum des damaligen Zehndens Naters spielte das Dorf eine wichtige politische und wirtschaftliche Rolle im Oberwallis. Der noch heute erhaltene Ornavassoturm erinnert an diese Zeit.
Ende des 19. Jahrhunderts setzte in Naters ein tiefgreifender wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wandel ein. Mit der Rhonekorrektion wurde die Talebene zunehmend für Siedlungen und Verkehrswege nutzbar. Der Bau des Simplontunnels von 1898 bis 1906 schuf zahlreiche Arbeitsplätze in der Region. Viele Arbeiter, vor allem aus Italien, kamen nach Naters, und ein Teil von ihnen liess sich dauerhaft nieder. Die Bevölkerung wuchs stark, und Naters entwickelte sich vom Bauerndorf zum modernen Wohn- und Arbeitsort.
Im 20. Jahrhundert setzte sich dieses Wachstum fort. Die Einwohnerzahl stieg von rund 3'200 Personen im Jahr 1950 auf über 5'500 im Jahr 1970 und später auf mehr als 10'000 Einwohnerinnen und Einwohner. 2013 trat die Fusion der Gemeinden Birgisch, Mund und Naters in Kraft. Seither bildet das Gebiet der drei ehemaligen Gemeinden die heutige Gemeinde Naters. Auch die drei Burgerschaften wurden zur Burgerschaft Naters vereint.