Abendliches Zusammensitzen in der Stube oder auf der Voralpe, bei dem gearbeitet, gesponnen, geflickt und erzählt wurde. Wichtigste Form der mündlichen Weitergabe von Wissen und Geschichten, darunter die «Bozugschichte». Auch: Abusitz.
Eigentumseinheiten von Kollektivalpen. Geben das Recht, eine bestimmte Anzahl Tiere zu sömmern. Können frei handelbar sein.
Sömmerungsperiode auf der Alp, ca. Juni bis September. Seit 2023 eine von sieben Schweizer Traditionen im immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
Burgergemeinde kann auch als Heimatgemeinde bezeichnet werden. Dieser Begriff wurde erst durch den Gemeinde-Dualismus notwendig, der eine begriffliche Abgrenzung der Burgergemeinde und deren Burger*innen von den niedergelassenen Bürger*innen und der Munizipalgemeinde verlangte. Ab dem 13. Jahrhundert liegen schriftliche Dokumente vor, welche Personenverbindungen mit korporativem Charakter nachweisen und Regelungen der Gewohnheitsrechte beinhalten. Die Regelungen betrafen hauptsächlich die Verwaltung sowie Nutzung der Gemeingüter.
Burgersäckelmeister oder Sanners. Die Bezeichnung Sanners ist eine Ableitung von sannen, was im Walliser Dialekt einsammeln oder zusammentreiben bedeutet.
Die Eiche ist trockenresistent und stark. Der Klimawandel wird den Wald in der Schweiz verändern. Die einheimischen Eichenarten spielen dabei zukünftig wahrscheinlich eine grössere Rolle als heute. Das grosse Anpassungspotenzial dieser Baumarten eröffnet interessante waldbauliche und betriebliche Handlungsoptionen. Die ökologische Bedeutung der Eiche ist beeindruckend; denn auf keiner anderen einheimischen Baumart leben mehr Insektenarten. Gemäss Untersuchungen profitieren etwa 400 Schmetterlingsarten, Dutzende Zweiflügler und Hautflügler, über 100 Käferarten, viele weitere Insekten, Vogelarten und Säugetiere von dieser Baumart.
Gemauerte Schafgehege auf der Belalp. Bei der Schafscheid im September wird die Herde in einen grossen Pferch getrieben, von dem kleinere, durch Tore verbundene Gehege abgehen. Dort werden die Tiere ihren Besitzern zugeordnet.
Auch Wohnhiischi. Wohnhaus der Bergbauernfamilie. Eigenständiges Gebäude im Dorfkern, oft im gemeinsamen Besitz mehrerer Familien.
Scheune
Form der Gemeinschaftsalpung, bei der das Vieh mehrerer Berechtigter zu einer Herde zusammengeführt und von angestellten Sennen und Hirten betreut wird; auch Bezeichnung für die zugehörige bauliche Einheit aus Sennerei, Milchkeller und Alpställen.
Speicher, gemauerter oder hölzerner Vorratsbau auf Stelzen, in dem Brot, Korn und Vorräte gelagert wurden. Auch: Spycher, Speicher.
Stadel. Hölzerner Wirtschaftsbau zur Lagerung von Heu und Getreide, meist auf Stelzen über einem Stall.
Beheizter Wohnraum der Alphütte.
Suonen [ˈsuɔnən] [ˈsuənən] (Einzahl die Suon oder Suone), auch Bissen (Einzahl Bisse, von französisch le bisse), Wasserfuhren (Einzahl Wasserfuhre) oder Wasserleiten (Einzahl Wasserleite), sind historische bzw. noch bestehende Wasserleitungen im Schweizer Kanton Wallis. Thomas Platter aus dem Mattertal spricht in seiner Biografie aus dem 16. Jahrhundert über die Wasserleiten: «… wir uns vernarret hattend by einer wasserleitten, do man das wasser den bergen nach zu den güettren füert.»
Hölzernes Kerbholz, auf dem Rechte und Pflichten eines Geteilen festgehalten wurden, etwa Wasserstunden oder Kuhrechte. Jeder Geteile besass seine «Tessla», der Vogt das Gegenstück; zusammengelegt liessen sich die Kerben vergleichen. Auch: Tessel, Tesseln, Tesslen, Tessle, Senntumtässla.
Offene Feuerstelle in der Alphütte, auf der gekocht und Käse verarbeitet wurde.
Auch Hiischi. Wohnhaus der Bergbauernfamilie. Eigenständiges Gebäude im Dorfkern, oft im gemeinsamen Besitz mehrerer Familien.