Viele Walliser Suonen werden bis heute mit Unterstützung von Bund und Kanton unterhalten und saniert. Dabei sollen nicht nur ihre landwirtschaftliche Funktion, sondern auch traditionelle Bautechniken und die historische Kulturlandschaft erhalten bleiben. «Tretschborde», Mauern, Wasserfassungen und undichte Stellen werden instand gesetzt und die Wasserläufe regelmässig gepflegt.
Mit dem Klimawandel gewinnen die Suonen erneut an Bedeutung. Sie bringen Wasser auf trockene Wiesen, prägen die Landschaft und sind zugleich wertvolles Kulturerbe und beliebte Wanderwege. Neue Projekte versuchen deshalb, traditionelles Wissen mit einer nachhaltigen und effizienten Nutzung des Wassers zu verbinden.
Damit die Suonen langfristig erhalten und funktionsfähig bleiben, unterstützt der Kanton Wallis die sogenannte «Periodische Wiederinstandstellung» (PWI). Etwa alle 8 bis 12 Jahre werden grössere Unterhaltsarbeiten durchgeführt. Dazu gehören das Ausholzen und Abdichten der Suonen sowie die Instandsetzung von Tretschborden, Sohlen, Mauern und Wasserfassungen. Schadhafte Abschnitte werden dabei gezielt erneuert.
«Wir achten darauf, dass wir bei den Massnahmen zur periodischen Wiederinstandstellung die traditionellen Techniken vor Ort so gut wie möglich umsetzen können.»
Auch in der Gemeinde Naters werden Wässerwasserleitungen im Rahmen der PWI saniert. Beim Projekt «Wässerwasserleitungen Blatten–Belalp» werden bestehende Leitungen erneuert und langfristig funktionsfähig erhalten. Die zweite Etappe wurde 2021 begonnen und über mehrere Jahre geplant. Bund und Kanton beteiligen sich an den Sanierungskosten.
Angesichts des Klimawandels erhalten die jahrhundertealten Suonen eine neue Bedeutung. In Ausserberg unterstützt der Kanton Wallis für die Jahre 2026–2027 das Projekt «Nutzung von Suonen/Wässerwasser im Sinne der Klimastrategie 2060». Ziel ist es, überschüssiges Wasser aus den Suonen nachhaltiger und effizienter zu nutzen. Damit wird das traditionelle Bewässerungssystem mit neuen Anforderungen an den Umgang mit Wasser verbunden.
Die Suonen sind weit mehr als Zeugen vergangener Landwirtschaft. Sie bringen bis heute Wasser auf trockene Wiesen, prägen die Walliser Kulturlandschaft und sind Lebensraum, Wanderwege und bedeutendes Kulturerbe.
Mit dem Klimawandel und längeren Trockenperioden gewinnt der sorgfältige Umgang mit Wasser an Bedeutung. Deshalb ist es wichtig, die Suonen weiterhin zu nutzen und zu unterhalten sowie traditionelle Bautechniken und das Wissen über die Bewässerung an kommende Generationen weiterzugeben. So bleiben sie lebendiges Kulturerbe und zugleich Teil einer nachhaltigen Wassernutzung.
Der Erhalt der Suonen ist eine gemeinsame Aufgabe von Geteilschaften, Gemeinden, Kanton und Bund. Lokale Trägerschaften sorgen für Nutzung und Unterhalt, während die öffentliche Hand Sanierungen fachlich und finanziell unterstützt. Gleichzeitig gewinnt die gemeinsame Planung der Wassernutzung über Gemeindegrenzen hinweg an Bedeutung. Dabei müssen die Bedürfnisse von Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung, Natur, Energie und Tourismus miteinander abgestimmt werden.