Dieses Wohnhaus wurde 1666 erbaut und zählt zu den grössten Bauten in Blatten. Die Wohnhäuser wurden traditionell im Blockbau aus Lärchenholz errichtet. Das widerstandsfähige Holz aus den umliegenden Wäldern verfärbte sich mit der Zeit silbergrau und schützte die Gebäude über Jahrhunderte vor Witterungseinflüssen. Der steinerne Unterbau diente als Keller und schützte das Holz vor aufsteigender Feuchtigkeit.
«Wir hatten kein fliessendes Wasser im Haus. Keinen Strom, keine Dusche. Im Winter haben wir uns nur mit einem nassen Lappen Gesicht und Hände gewaschen. Das waren noch Zeiten.»
Beim traditionellen Bauen im Wallis wurden vorwiegend Materialien aus der unmittelbaren Umgebung verwendet, insbesondere Holz und Stein. Beim Blockbau wurden die Holzbalken an den Gebäudeecken so miteinander verbunden, dass eine stabile Konstruktion entstand. Die Dächer waren mit leicht spaltbaren Granit- oder Schieferplatten, seltener auch mit Holzschindeln, gedeckt. Das Gewicht der Steindächer trug zusätzlich zur Stabilität der Gebäude bei.
Die meisten Häuser wurden von mehreren Familien gleichzeitig bewohnt. Meist bewohnte eine Familie jeweils eine Wohnung pro Stockwerk. Häufig hatten die Familien zahlreiche Kinder, sodass mehrere Generationen unter einem Dach lebten. Familien mit zehn Kinder war keine Seltenheit. Die Häuser wurden gemeinsam errichtet, da das Bauen sehr aufwendig war. Die Keller wurden oft getrennt genutzt und hatten meist eigene Zugänge.
Die Stube war meist der einzige beheizte Raum des Hauses. Sie wurde durch einen Specksteinofen, den «Giltsteiofu», erwärmt, der die Wärme speicherte und über lange Zeit wieder abgab. Im «Stubji» spielte sich ein grosser Teil des Familienlebens ab. Hier verbrachte man die langen Winterabende, ass gemeinsam, arbeitete, spann die Schafwolle zu Garn, nähte und flickte Kleidung und erzählte sich beim «Aabusitz» Geschichten.
Da Wohnraum knapp war, wurden die Räume möglichst vielseitig genutzt. Die Stube war Wohn-, Ess-, Arbeits- und Aufenthaltsraum zugleich und damit das Herzstück der Wohnung. Neben der Stube lagen die Küche und eine kleine Schlafkammer, in der meist die ganze Familie gemeinsam übernachtete. In der Küche wurde noch bis in die 1990er-Jahre mit Holz gekocht, das somit zu den wichtigsten Ressourcen gehörte.
Besuchen Sie das Museum «Altes Wohnen» und entdecken Sie eine typische Wohnsituation vergangener Zeiten sowie das Werk des Dorffotografen Fridolin Imstepf (1903–1988), der das Dorfleben über Jahrzehnte dokumentierte.
Der Kulturverein «Pro Safrandorf Mund» organisiert Führungen.
Besichtigungen der Ausstellung sind auf Voranmeldung möglich: Museum «Altes Wohnen»