Blickpunkt

Der Schweinestall

Schweinestall in Blatten
Schweinestall in Blatten

Neben dem Wohnhaus standen oftmals zwei kleine Holzhäuschen: der Hühner- und der Schweinestall. Das Schwein, «Fäärli», war ein wichtiges Nutztier. Im Frühjahr wurden die Ferkel aufgezogen und im Sommer während der Alpsaison auf der Alp mit Molke aus der Käseherstellung und anderen Futterresten gemästet. Am Ende des Alpsommers wurden die Schweine zurück ins Dorf gebracht.

«Die Schweine auf die Alp zu treiben, war eine lustige Angelegenheit, da sie nicht immer dorthin liefen, wo wir es wollten …»

Frida Pfaffen
Familie Jossen auf dem Weg von der Voralpa auf die Belalp (Foto: Familie Jossen)
Familie Jossen auf dem Weg von der Voralpa auf die Belalp (Foto: Familie Jossen)

«Hamma» – luftgetrocknete Rohschinken

Im November oder Dezember wurden die Schweine geschlachtet. Die Hausschlachtung erfolgte in den kalten Monaten, da die tiefen Temperaturen das Haltbarmachen des Fleisches erleichterten. Das Fleisch wurde eingesalzen und im «Spiicher» luftgetrocknet. Daraus entstand die «Hamma», ein traditioneller Rohschinken. Das übrige Fleisch wurde zu Würsten verarbeitet.

Zusammen mit Käse und Roggenbrot bildete das getrocknete Fleisch einen wichtigen Eiweissvorrat für die langen Wintermonate. Das Fett wurde zusammen mit der Sommerbutter eingesotten und im Schmalztopf aufbewahrt. So blieb die Butter länger haltbar und konnte auch im Winter zum Kochen verwendet werden.

Schweine auf der Voralpa im Aletschji (Foto: Familie Jossen)
Schweine auf der Voralpa im Aletschji (Foto: Familie Jossen)