Zwischen den Steilhängen des Natischer Bergs und der tiefen Massaschlucht liegt ein Waldgebiet, das sich selbst überlassen bleibt: das Naturwaldreservat (Totalreservat). Hier greift keine Säge, kein Forstfahrzeug — der Wald stirbt und wächst nach eigenem Rhythmus. Totholz bleibt liegen, Lücken schliessen sich langsam, und mit der Zeit entstehen Strukturen, die einem Urwald ähneln.
Das Reservat liegt im Einzugsgebiet des Forst Massa, der seit 1989 rund 2'125 Hektar öffentlichen Wald für die Gemeinden Naters, Mörel-Filet und Bister bewirtschaftet. Mitten in diesem bewirtschafteten Wald ist das Naturwaldreservat: ein Rückzugsort für Spechte, Flechten, Pilze und alte Baumriesen — tief verbunden mit der gleichen Landschaft, die die Menschen hier seit Jahrhunderten prägt.
«Im Naturwaldreservat machen wir in den nächsten fünfzig bis hundert Jahren gar nichts. Wir lassen den Wald so, wie er ist, und verzichten auf jegliche Holznutzung.»